Schlecht drauf?
Wenn man die krankhaften oder auch nur als Verschleiß eingeordneten Veränderungen im radiologischen Bild sieht, ist dem abgesehen vom akuten oder chronischen Trauma in der Regel eine Unterversorgung mit Nährstoffen vorausgegangen. Das ist die einfache Arithmetik der Biochemie. Denn die makroskopische Integrität des Bewegungsapparates ist untrennbar an seine biochemische Infrastruktur gekoppelt.
Chronische Erschöpfung, nachlassende Regeneration und neuromuskuläre Dysbalancen entspringen auf zellulärer Ebene regelmäßig zwei Grundübeln: Mangel und/oder Vergiftung. Denn auch mit Magnesiumsupplementen, wie sie die offiziellen Leitlinien als unbedenklich darstellen, kann man sich nachweislich vergiften.
Das Kompartiment-Problem
Standard-Laboruntersuchungen messen Elektrolyte und Mineralien beinahe ausschließlich im Serum. Für die zelluläre Elektrik ist das oft bedeutungslos. Wenn essentielle Elemente wie Zink oder Magnesium intrazellulär bereits erschöpft sind, kann der Serumspiegel homöostatisch noch lange Zeit scheinbar normal sein. Allemal für die Mengenbestimmung der intrazellulären ELemente ist eine Vollblutanalyse mit Hämatokrit-korrelierter Rückrechnung auf den intrazellulären Gehalt notwendig, um überhaupt eine ernst zu nehmende Einschätzung der Nährstoffversorgung vornehmen zu können.
Vorschlag für eine initiale Labordiagnostik
Dieses kalkulierte laborchemische Testmuster dient der Festlegung einer biochemischen Nullinie sowohl bei kranken, aber vor allem auch bei gesunden Personen bzw. im beschwerdefreien Zustand. Es ermöglicht die Beurteilung der Konzentrationsgradienten über die Zellmembran hinweg. Der Aufwand ist zwischen Notwendigkeit und Vollständigkeit gewählt. Mehr kann man immer machen, und teure Laboruntersuchungen zeigen einem alles Mögliche, aber lassen ggf. den Ansatzpunkt für einen direkten und effizienten therapeutischen Hebel aus. Auf der Grundlage von theoretischen Erwägungen und praktischen Erfahrungen, muß es verwundern, daß dieses Feld der Ernährungsdiagnostik und Therapie von der angewandten Medizin so gut nicht beachtet wird. Eine Reparatur oder Sanierung braucht Baustoffe, das ist angewandte Naturwissenschaft.
| Parameter | Messmedium | Klinische & Elektrophysiologische Relevanz |
|---|---|---|
| Natrium, Chlorid | Serum | Bestimmung des extrazellulären Volumens, der Osmolarität und des Hydrationsstatus. |
| Kalium | Serum + Vollblut | Direkte Gradientenbestimmung. Ermöglicht die Überprüfung der zellulären Ionenpumpen (Na/K-ATPase) und schützt vor Fehldiagnosen. |
| Calcium | Serum | Membranstabilisierung und muskuläre Erregungsleitung (Gegenspieler zu Magnesium). |
| Magnesium | Vollblut | Intrazellulärer Hauptaktivator für die ATP-Synthese und mitochondriale Energiebereitstellung. |
| Zink | Vollblut | Steuerungsebene der Genexpression (Zinkfinger-Proteine), NMDA-Rezeptor-Modulation und immunbiologischer Durchflussfaktor. |
| Selen | Vollblut | Essentiell für den antioxidativen Schutz der Zellmembranen und die Aktivierung von Schilddrüsenhormonen (T4 zu T3). |
| Mangan & Kupfer | Vollblut | Unverzichtbare Cofaktoren für den Knochen- und Bindegewebsstoffwechsel; Überwachung des Zink-Kupfer-Quotienten. |
| Basales TSH, 25-OH-Vit. D3, Ferritin (+CRP) | Serum | Ausschluss endokriner, hormoneller und entzündlicher Überlagerungen (CRP schließt falsch-hohe Ferritinwerte durch Entzündungen aus). |